Burnout und Partnerschaft

Mögliche Ursachen von Burnout und Begriffsbestimmung

In den meisten Fällen resultiert ein Burnout aus anhaltenden Doppel- oder Mehrfachbelastungen, z.B. durch einen stark fordernden Beruf und gleichzeitige zahlreiche Aktivitäten im Privat- und Freizeitleben. Man fühlt sich zunächst gestresst, schließlich überfordert.

Die Belastungen sind besonders bei Paaren mit Kindern sehr groß. Insbesondere bei mehreren Kindern und wenn diese noch im Kleinkindalter sind. Meistens sind eine (zu) hohe Motivation und volle Einsatzbereitschaft die Ursache. Vor allem stark leistungsorientierte oder perfektionistisch veranlagte Menschen sind gefährdet. Burnout tritt bei Frauen weit häufiger auf als bei Männern. Der Spagat zwischen Job und Familie und das häufig typisch weibliche Bedürfnis, es allen recht machen zu wollen, lassen viele Frauen unausweichlich an ihre körperlichen und psychischen Grenzen stossen.

Eine allgemein anerkannte Definition von Burnout gibt es nicht. Das Wort trifft offensichtlich das Gefühl zahlreicher Menschen, welche sich dauerhaft erschöpft, müde und leer – ausgebrannt fühlen.

Ein Burnout zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Erschöpfung: Betroffene fühlen sich emotional und körperlich ermattet und ausgelaugt.
  • Veränderungen der Wahrnehmung und Persönlichkeit: Negative Wahrnehmung von sich selbst und anderen.
  • Reduzierte Leistungsfähigkeit: Ineffektivität, Verlust des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten; das Gefühl, Erwartungen nicht mehr erfüllen zu können sowie die Einschränkung des Selbstwertgefühls.

 

Bedeutung für die Partnerschaft

In vielen Fällen werden die genannten Merkmale von Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit begleitet. Eine Gleichgültigkeit gegenüber der Partnerin/ dem Partner und der Familie oder gegenüber der eigenen Arbeit kann ebenso die Folge sein, wie auch eine Änderung des Verhaltens (z.B. Ungeduld und Zynismus).

Was können Sie tun?

Um sich zu erholen und wieder Energie aufzutanken, hilft es immer wieder für Ausgleich und Entspannung zu sorgen, indem man z.B. soziale Kontakte pflegt, regelmässig für Bewegung sorgt und draussen ist. Wichtig ist es, anhaltenden Zeitdruck zu vermeiden. Daraus folgt, dass man sich zeitweise auch abgrenzen muss: Durch Nein-Sagen, das Delegieren von Aufgaben und nicht zuletzt die Einsicht, dass man nicht alles (perfekt) machen kann und muss. Die Liste möglicher Schritte ist noch lang. Letztlich muss jeder herausfinden, was ihm gut tut und behilflich ist.

Ein Burnout kann auch eine Chance bedeuten. Denn die Betroffenen können durch die Erfahrung mit einem Burnout persönlich wachsen, da sie ihre Lebensweise und Ziele bewusst überdenken müssen. Solche Situationen können für eine Neuausrichtung genutzt werden. Bitte bedenken Sie, dass bei einem Burnout oftmals medizinische und psychotherapeutische Unterstützung notwendig ist. Achten Sie dabei genau darauf, wem Sie sich und Ihre Gesundheit anvertrauen möchten und prüfen Sie, ob es sich dabei um tatsächlich professionell ausgebildete Berater und Therapeuten mit den Schwerpunktthemen Stress und Burnout handelt.

Was kann der Partner/ die Partnerin tun?

In der Regel realisieren Betroffene selbst nicht, dass eine Veränderung im Gang ist. Meist erkennt das Umfeld zuerst, dass die betroffene Person Gefahr läuft auszubrennen. Der Partner/ die Partnerin sollte die oftmals große Hemmschwelle überwinden und den betroffenen Partner ansprechen. Nehmen Sie die Gesundheit ihrer Partnerin/ihres Partners ernst! Zentral ist dabei, den anderen zu unterstützen und zu entlasten. Betroffene wollen kein Mitleid, sondern Verständnis und Mitgefühl. Sie sollten ihr/ihm zeigen, dass sie voll hinter ihr/ ihm stehen, Halt und Sicherheit zu geben, bereit sind.

Nicht selten ziehen sich die Betroffenen zurück und meiden den Kontakt mit anderen Menschen, weil sie eine hohe Unsicherheit im Umgang mit anderen spüren. Sie schämen sich und fühlen sich minderwertig – oft sogar als Versager/in. Angehörige und Freunde sind in dieser Zeit aber besonders wichtig. Sie können die Betroffenen auffangen und ihnen die Sicherheit und Orientierung geben, welche sie brauchen. Der Partner/ die Partnerin sollte helfen, diese Kontakte aufrecht zu erhalten und zu fördern.

Wie können Sie vorbeugen?

In alltäglichen Stresssituationen sollte man zunächst versuchen, den Stress allein zu bewältigen und für regelmäßigen Ausgleich und Erholung zu sorgen. Wenn man die Belastung allein nicht mehr bewältigen kann, kann die Partnerschaft als „Auffangnetz“ dienen. Das Reden mit dem Partner über den erlebten Stress kann Klärung und Entlastung bieten. Wesentlich ist hierbei, sich dem Partner wirklich zu öffnen, um zusammen herauszufinden, was emotional so belastend ist. Vorschnelle, sachliche Ratschläge des Partners würden eher als „Schläge“ aufgefasst werden.

Diese Art von Gesprächen kann in den paarlife-Stressbewältigungstrainings eingeübt werden. Wir bieten diese – speziell für Paare entwickelten Trainings – im Naturheilzentrum Rotherbaum in regelmäßigen Abständen an. Die Wirksamkeit dieser Trainings wurde in zahlreichen Studien der Universitäten Fribourg und Zürich nachgewiesen.

Vertrauensvolle Gespräche mit dem Partner/ der Partnerin machen den Betroffenen bewusst, dass sie nicht allein mit den Belastungen dastehen und beugen der Entwicklung eines Burnouts vor. Darüber hinaus festigen sie die Partnerschaft und das Vertrauen in die Partnerin/den Partner.

Diese und weitere Hinweise zur gesunden Aufrechterhaltung Ihrer Partnerschaft können Sie auch über die Zusendung von sogenannten „Paarbriefen“ erhalten, welche die Universität Zürich zwei bis drei Mal im Jahr an interessierte Paare versendet: http://www.paarlife.ch/144

Das Team vom Naturheilzentrum wünscht Ihnen viel Erfolg bei der Pflege Ihrer Partnerschaft!

Anke Birnbaum
www.paarconsulting.de

 

 

2016-11-15T23:05:59+00:00 Von |

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