Fastenzeit und Frühjahrskur – mit Hilfe der Brennessel (Teil 1)

Im Zusammenhang mit Fasten und Reinigung des Körpers fällt auf, wie manche religiöse Sitte durchaus einen sinnvollen gesundheitlichen Aspekt hat – psychisch und somatisch. 

Inwieweit werden Lebens- und Genussmittel zur „Lebensmitte“, können oder mögen wir gar nicht mehr „ohne“? Ich staune immer wieder von welchen extremen Verhaltensweisen mir stolz und an-sich-selbst-leidend berichtet wird: Da gibt es konsequente Fastenkünstler mit  besonderen Selbsterfahrungen, gemäßigte Verzichter auf Zeit, Gedankenlose und schließlich auch völlig enthemmte Genießer: Erst wenn die ganze Schokolade en bloc verschlungen ist, ist (reuige) Ruhe. „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ 

Beim Fasten reinigen wir unseren Körper und machen unsere Gedanken frei für Wichtiges im Leben. Unsere beiden einheimischen Brennesselarten können uns dabei eine wertvolle Unterstützung sein, Heilpflanzenkenner heben Sie seit dem Altertum lobend hervor. Was ist besonders an diesem wuchernden, stechenden und brennendem Wildkraut? Bei äußerlicher Anwendung darf man nicht allzu zimperlich sein, aber eine Brennessel-Abreibung ist wirksam bei Rheuma- und Gichtschmerzen: Die anregende Erwärmung fördert die Durchblutung und unterstützt den Körper dabei, angestaute Giftstoffe aus Gelenken, Muskeln und Blut auszuleiten. Neben der äußerlichen Anwendung, die nicht jedermanns Sache ist, gibt es aber auch noch die innere. Der mineralstoffreiche Brennesselsaft wirkt der Übersäuerung als Ursache vieler Erkrankungen entgegen. Brennesseln enthalten viel Eisen, das für die Bildung der roten Blutkörperchen wichtig ist, viel Calcium und andere Spurenelemente, viel Vitamine und Histamin. Letzteres kann bei leichteren und mittleren Allergien zur Desensibilisierung vor und während der Pollenzeit z.B. als Tee oder Presssaft getrunken werden, um die allergische Kaskade zu verhindern oder doch wenigstens zu minimieren. 

Es gibt noch einige andere Einsatzmöglichkeiten der Brennessel. Dazu mehr in Teil 2. Im Sommer.

Dörte Schönfeld
www.akupunkturinhamburg.de

2016-11-15T23:05:57+00:00Von |

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